Formel 1: Verstappen gewinnt Chaosrennen in Malaysia – Russell im Pech
Unter regnerischen Bedingungen herrscht beim Rennen in Malaysia von Beginn an Chaos. Am Ende behält Max Verstappen die Nerven. Max Verstappen hat einen chaotischen Großen Preis von Bahrain in Malaysia gewonnen. Beim aufgrund des Iran-Kriegs auf den Kurs von Sepang verlegten Rennen herrschten regnerische Bedingungen. Der Start verzögerte sich deshalb und wegen Problemen mit der Software an einigen Autos um rund eineinhalb Stunden. Auch nach dem Beginn ging es chaotisch weiter. Ein schwacher Start von Pole-Setter Verstappen und mehrere Safety-Car-Phasen sowie unterschiedliche Reifenstrategien im Feld auf abtrocknender Strecke brachten Spannung. Am Ende behielt Verstappen in seinem Red Bull jedoch die Nerven, holte sich die Führung zurück und gab diese auch nach einem späten Safety-Car-Restart nicht mehr ab. Der WM-Führende Kimi Antonelli musste sich mit Platz zwei begnügen. Sein Verfolger und Mercedes-Teamkollege George Russell schied während der letzten Safety-Car-Phase fünf Runden vor Schluss auf Platz drei liegend mit einem technischen Defekt aus. Ferrari-Star Lewis Hamilton sicherte sich im Duell mit Isack Hadjar im zweiten Red Bull den letzten Podestplatz. Der einzige Deutsche Nico Hülkenberg verpasste im Audi als Elfter knapp die Punkteränge. Antonelli kommt dem WM-Titel mit diesem Ergebnis immer näher: Nach seinem Ausfall liegt Russell nun bereits 84 Punkte hinter dem Italiener. So lief das Rennen Pünktlich zum Showdown machte Sepang seinem Ruf alle Ehre. In den Trainings und in der Qualifikation hatte es noch keinen Regen gegeben. Hieß auch: Keine Daten, keine Informationen, sollte es nass werden. Hinzu kommt: Mit der neuen Fahrzeuggeneration in diesem Jahr gab es noch gar kein klassisches Regenrennen. Kurioses Problem für Verstappen: "Da ist ein Nagel in meinem Reifen" Es wurde also Zeit – und Malaysia war bereit. Regenschirme, dichtes Drängeln auf dem Grid, die Mechaniker machten sich an den Autos zu schaffen, um sie an die hochgradig herausfordernden Bedingungen anzupassen. Es goss von oben, Blitz und Donner verstärkten die Sorgen. Nicht überraschend für Malaysia. 2009 war dort der Grand Prix nach 31 Runden sogar abgebrochen worden. Immer wieder hatte es dort in der Zeit als Dauerstation im Rennkalender von 1999 bis 2017 Regenschlachten gegeben. Diesmal war das Rennen der Nachhol-Grand-Prix für Bahrain nach der Absage im April wegen des Iran-Kriegs. Geduld war gefragt. Verstappen saß mit Papa Jos auf einem Klappstuhl in der Garage, auf den Wiesen verharrten die Fans unter großen Regenschirmen. Mit Besen versuchten die Helfer, das Wasser von der Strecke zu fegen. Mit mehr als 40 Minuten Verspätung ging es auf zwei Formationsrunden hinter dem Safety Car von Bernd Mayländer. Doch dann funkte Verstappen an die Box: "Ich kann nicht beschleunigen." Auch Hamilton rollte nur vor sich hin. Ein paar Autos reagierten einfach nicht nach den vorgenommenen Software-Einstellungen auf den Regen. Keine Werbung für die Formel 1 . Dass das Formel-1-Regenradar ausgefallen war, passt ins Bild. Das Startprozedere wurde abgebrochen. Immerhin: Der Regen war weitgehend vorbei, die Strecke trocknete "wahnsinnig schnell" (Antonelli) ab. Russell gönnte sich eine Banane, andere kauerten irgendwo in einer Ecke. Dann die Ankündigung: Start um 16.33 Uhr Ortszeit, 1 Stunde und 33 Minuten später als geplant. Um diese Uhrzeit wären die Fahrer eigentlich fast schon ins Ziel gekommen. Gegen 19 Uhr Ortszeit würde auch die Sonne untergehen. Verstappen, Antonelli und Russell entschieden sich für die für Regen geeigneten Intermediate-Reifen, Hamilton hatte die weichen Trockenreifen drauf. "Das ist noch so rutschig", funkte er an die Box. Antonelli erwischte einen Raketenstart und schoss an Verstappen und Hamilton von Startplatz drei nach vorn. Im Windschatten Russell. Hamilton wurde durchgereicht, hatte nach wenigen Runden mit seinen Rutschreifen über eine Minute Rückstand. Verstappen erholte sich dagegen schnell von seinem miesen Start und schnappte sich Russell. Die Fahrer mit den Intermediates mussten bald in die Box, die Strecke trocknete immer mehr ab. Die wenigen mit Trockenreifen wie Hamilton konnten draußen bleiben. Also gab Verstappen richtig Gas, kam aber an Antonelli nicht vorbei. Dann rutschte Valtteri Bottas mit dem Cadillac ins Kiesbett – das Safety-Car musste erneut raus. Besser hätte es für alle mit den Intermediates nicht laufen können: Nun konnten sie ohne Zeitverlust die Trockenreifen aufziehen lassen. Als Mayländer wieder reinfuhr, lieferten sich Antonelli, Verstappen und Russell einen packenden Dreikampf. Der Niederländer nutzte die noch schnelleren weichen Reifen und passierte Antonelli, der wie Russell auf der mittelharten Reifenmischung unterwegs war. Der Brite, zuletzt Sieger in Baku, attackierte Antonelli ebenfalls – und kam ebenfalls vorbei. Das Duell um die WM. Und Antonelli klärte das auf seine Weise und überholte Russell nach nicht mal der Hälfte der Renndistanz. Als dann Alexander Albon mit dem Williams stehen blieb und eine erneute Safety-Car-Phase auslöste, holte sich Verstappen noch mal frische Reifen. Er kam hinter Antonelli raus, ehe auch dieser die Reifen wechseln ließ und damit die alte Reihenfolge wieder hergestellt war. Bis Russell stehen blieb. Wohl das Ende für den kleinen WM-Traum.
