Wipertifriedhof Quedlinburg: Halloween-Ausflug zum Gruseln ab Braunschweig
55 Grüfte sind in Quedlinburg in den Fels gebaut. Reiche Familien ließen sich dort bestatten – genutzt wird der Friedhof bis heute. Türen und Gitter verschließen die Eingänge, darüber liegen weitere Gräber: Auf dem Wipertifriedhof in Quedlinburg reicht die letzte Ruhestätte ganzer Familien in den Fels hinein. 55 terrassenförmig angelegte Grüfte zählt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Von Braunschweig aus ist die Harzstadt mit dem Auto in rund 70 Minuten erreichbar. Die Gewölbe gehören zu einem Friedhof neben der Kirche St. Wiperti. Statt ausschließlich Grabstellen unter freiem Himmel anzulegen, nutzten wohlhabende Quedlinburger den Hang für ihre Familiengräber. Die Eingänge verteilen sich auf mehrere Ebenen. Dazwischen führen Wege und Treppen über das Gelände. Familiengrüfte hinter massiven Türen Vor allem reiche Stadtbürger, Stiftsherren und Geistliche fanden hier ihre letzte Ruhe. Massive Eichentüren verschließen die Grabgewölbe. In ihren kleinen Fenstern sitzen Gitter mit christlichen Symbolen, darunter Anker und nach unten gerichtete Fackeln. Der Friedhof steht als eigenständiges Denkmal unter Schutz. Zugleich ist er weiterhin ein Begräbnisort: Nach Angaben der evangelischen Kirchengemeinde sind dort Erd- und Urnenbestattungen möglich. Die mehr als 50 Familiengrüfte wurden aufwendig saniert und neu verpachtet. Auch im Herbst ohne Schließzeiten Das Gelände liegt an der Wipertistraße 4, etwas abseits der Quedlinburger Altstadt. Der gegenüberliegende Servatiifriedhof gehört ebenfalls zum kirchlichen Friedhofsensemble. Für den Wipertifriedhof nennt die Gemeinde weder im Sommer noch im Winter Schließzeiten. Der Besuch des Geländes ist kostenlos; daraus ergibt sich jedoch kein freier Zutritt zu den verschlossenen Grabkammern. Wer den Rundgang erweitern möchte, findet direkt nebenan die Kirche St. Wiperti. Ihre Krypta stammt aus der Zeit um das Jahr 1000. Die Kirche ist von Mai bis Oktober montags bis samstags von 10 bis 12 Uhr sowie täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten sind Besichtigungen nach Absprache möglich. Die Autofahrt ab Braunschweig führt in der Regel über die A36. Bis Quedlinburg sind es rund 90 Kilometer.
