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Sicherheitsrisiko durch Touchscreens: Diese Autos fallen durch

Viele Hersteller ersetzen Tasten durch große Bildschirme. Euro NCAP sieht darin ein Sicherheitsrisiko und nennt Modelle, die bei der Bedienbarkeit besonders schlecht abschneiden. Displays haben die Innenräume von Autos erobert – erst für die Steuerung von Navigation und Musik, später auch für die Bedienung von Klima, Licht oder Assistenzsystemen. Die Folge: Einige Funktionen verschwinden in Untermenüs und das scheinbar reduzierte Design wird zur Ablenkungsfalle. Deshalb ist die Bedienbarkeit zum Bewertungskriterium bei den Untersuchungen von Euro NCAP geworden: Die Organisation prüft seit diesem Jahr verstärkt, wie einfach sich wichtige Funktionen im Auto erreichen lassen. Die Experten sehen die zunehmende Verlagerung in Touchscreen-Menüs kritisch – und die aktuellen Tests geben ihnen recht: Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Herstellern. Besonders schlecht schneiden mehrere Modelle ab, die stark auf Bildschirmbedienung setzen. Welche Autos schwach abschneiden Euro NCAP bewertet hierbei zentrale Funktionen, die im Straßenverkehr schnell erreichbar sein sollen. Dazu zählen Blinker, Scheibenwischer und Scheibenwaschanlage, Warnblinker, Hupe sowie der eCall-Notruf. Nach den Kriterien der Organisation sollen diese Funktionen intuitiv und über direkte physische Bedienelemente gesteuert werden können – also über Tasten, Hebel oder Schalter. Werden sie stattdessen in Touchscreen-Menüs verlegt, kann das die Bewertung deutlich verschlechtern. Die schwächsten Werte im Kapitel Bedienung (Bestbewertung: 100 Prozent): Leapmotor B05: 0 Prozent Xpeng X9: 20 Prozent Zeekr 7GT: 20 Prozent Aion UT: 20 Prozent Beim Xpeng X9 kritisiert Euro NCAP besonders die starke Abhängigkeit vom zentralen Touchscreen. Das Fahrzeug verlasse sich bei grundlegenden Funktionen zu sehr auf Bildschirmbedienung. Dadurch könne der Fahrer abgelenkt werden. Audi und Kia zeigen den Gegenentwurf Dass es auch anders geht, zeigen Audi Q7 und Kia EV2. Beide Modelle schneiden bei den Fahrbedienelementen gut ab, weil wichtige Funktionen weiterhin direkt erreichbar sind. Der Audi Q7 erreicht in diesem Bereich laut Euro NCAP insgesamt 90 Prozent. Bei den essenziellen Fahrfunktionen kommt er auf 100 Prozent, bei Komfort und Infotainment auf 80 Prozent. Auch der Kia EV2 wird von der Prüforganisation positiv bewertet. Das elektrische SUV setzt bei wichtigen Funktionen ebenfalls auf klassische Bedienelemente. Der BMW iX3 erreicht bei den Fahrbedienelementen 100 Prozent. Cupra Raval und Geely E2 kommen jeweils auf 80 Prozent. Damit zeichnet sich in den Ergebnissen ein Unterschied ab: Mehrere europäische Hersteller schneiden bei der Bedienung grundlegender Funktionen gut ab. Unter den chinesischen Herstellern fallen mehrere Modelle deutlich zurück. Eine Ausnahme ist Geely mit dem E2. Warum Euro NCAP genauer hinsieht Seit 2026 müssen Autos für fünf Sterne bei Euro NCAP mehr leisten als bisher. Die Tests orientieren sich stärker an realen Verkehrssituationen und sind in vier Bereiche gegliedert: sicheres Fahren, Unfallvermeidung, Insassenschutz und Sicherheit nach dem Unfall. Die Bedienung gehört zum Bereich sicheres Fahren. Dort bewertet Euro NCAP unter anderem Assistenzsysteme für Tempo, Abstand und Lenkung, aber auch die Fahrerüberwachung. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob ein System vorhanden ist, sondern auch, wie zuverlässig und alltagstauglich es arbeitet. Fünf Sterne sind trotzdem möglich Ein schwaches Ergebnis bei der Bedienbarkeit bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Auto insgesamt schlecht abschneidet. Der Xpeng X9 erhält trotz niedriger Bewertung der Fahrbedienelemente die Gesamtwertung von fünf Sternen. Ausschlaggebend sind gute Ergebnisse in anderen Bereichen, etwa bei der Unfallvermeidung und der Sicherheit nach einem Unfall. Auch Audi Q7 und Kia EV2 erreichen in den aktuellen Tests fünf Sterne. Der Cupra Raval kommt zunächst auf vier Sterne; mit optionalem Sicherheitspaket sind es fünf.