Hoher Restwert: Bei diesen Autos ist der Wertverlust am geringsten
Viele Autos verlieren in den ersten Jahren deutlich an Wert. Eine neue Auswertung zeigt, welche Modelle ihren Preis vergleichsweise gut halten. Der Wertverlust gehört zu den Kosten, die beim Autokauf leicht unterschätzt werden. Während sich Versicherung, Steuer, Kraftstoff oder Strom schnell bemerkbar machen, bleibt der Wertverlust dagegen lange abstrakt – bis das Auto verkauft oder ersetzt werden soll. Welche Modelle ihren Wert vergleichsweise gut halten, haben "Auto Bild" und der Fahrzeugbewertungsspezialist JD Power Schwacke ermittelt. Grundlage sind prognostizierte Restwerte nach drei Jahren und 60.000 Kilometern. Ausgewertet wurden elf Fahrzeugklassen. Den höchsten Wert im aktuellen Ranking erreicht die Mercedes G-Klasse. Für den G 450 d wird nach drei Jahren ein Restwert von 69,5 Prozent des ursprünglichen Listenpreises prognostiziert. Damit liegt der Geländewagen vor allen anderen ausgezeichneten Modellen. Kleinwagen: Dacia Sandero Restwert: 61,9 Prozent Ausgezeichnet wurde der Sandero Stepway TCe 110 in der Ausstattung Expression. Er profitiert vor allem von seinem niedrigen Einstiegspreis und einer stabilen Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Für Käufer zählt hier weniger ein üppiges Ausstattungsniveau als das Verhältnis aus Anschaffungspreis, Nutzwert und späterem Wiederverkauf. Kompaktklasse: Audi A3 Restwert: 54,3 Prozent Gewertet wurde der A3 Sportback mit 110 kW beziehungsweise 150 PS in der Ausstattung S line. Der A3 ist seit Jahren in einem breiten Modell- und Ausstattungsumfeld unterwegs. Diese Vielfalt kann beim Wiederverkauf helfen, weil unterschiedliche Antriebe, Karosserie- und Ausstattungsversionen verschiedene Käufergruppen ansprechen. Mittelklasse: BMW 4er Restwert: 54,5 Prozent Den höchsten Wert erreicht das 420d Coupé mit 190 PS. Dass ein Coupé hier an der Spitze steht, ist kein Zufall: Solche Modelle bedienen zwar eine kleinere Zielgruppe, sind aber klarer positioniert als viele klassische Limousinen oder Kombis. Diese Abgrenzung kann sich beim späteren Verkauf bemerkbar machen. Oberklasse: BMW 5er Restwert: 54,5 Prozent Der 540d xDrive als Limousine führt hier das Ranking an. Der Reihensechszylinder-Diesel leistet 285 PS, als Mildhybrid kommt das Modell auf 303 PS Systemleistung. Der Listenpreis beginnt bei 71.900 Euro. In dieser Klasse wurde antriebsoffen bewertet – der Diesel liegt also vor Benzinern und Elektromodellen. Kompaktklasse SUV: Toyota RAV4 Restwert: 61,0 Prozent Ausgewertet wurde der RAV4 2,5 Plug-in-Hybrid AWD-i in der Version Teamplayer. Die sechste Generation ist seit Juni 2026 im Handel. Toyota bietet den RAV4 ausschließlich als Vollhybrid und als Plug-in-Hybrid an. Die ausgezeichnete Variante kommt auf 143 kW beziehungsweise 194 PS Systemleistung. Mittel- bis Oberklasse-SUV: Mercedes G-Klasse Restwert: 69,5 Prozent Bei den großen SUVs liegt die Mercedes G-Klasse vorn – und zugleich an der Spitze des gesamten Rankings. Ausgewertet wurde der G 450 d mit 367 PS. Der Listenpreis beginnt bei rund 127.600 Euro. Die G-Klasse profitiert von mehreren Faktoren: Ihr Design wurde über Jahrzehnte nur behutsam verändert, die Stückzahlen sind begrenzt, und die Nachfrage reicht über den deutschen Markt hinaus. Das stützt die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Kleinwagen elektrisch: Mini Aceman Restwert: 51,4 Prozent Ausgezeichnet wurde hier die Variante Classic Trim mit 184 PS. Der Aceman steht in einem Segment, in dem Restwerte stark von Marke, Reichweite, Preis und Nachfrage abhängen. In der Auswertung spricht vor allem seine klare Positionierung innerhalb des Mini-Portfolios für ihn. Kompakt- bis Oberklasse elektrisch: Audi A6 Avant e-tron Restwert: 51,4 Prozent Genannt wird im Ranking die Version mit 210 kW beziehungsweise 286 PS. Der A6 Avant e-tron kommt laut Angaben auf mehr als 600 Kilometer Reichweite nach WLTP und erreicht eine DC-Ladeleistung von 225 kW. Für ein Elektroauto in diesem Segment sind solche Werte beim Blick auf den späteren Wiederverkauf wichtig, weil Reichweite und Ladeleistung die Alltagstauglichkeit auch nach einigen Jahren noch stark prägen. Kompakt- bis Oberklasse-SUV elektrisch: BMW iX3 Restwert: 57,7 Prozent Bei den batterieelektrischen SUVs der Segmente Kompakt- bis Oberklasse gewinnt der BMW iX3. Ausgewiesen ist der iX3 40, das Einstiegsmodell der sogenannten Neuen Klasse. Es leistet 235 kW beziehungsweise 320 PS und fährt mit Hinterradantrieb. Die Batterie hat eine Kapazität von 82,6 kWh. Die Reichweite wird mit bis zu 637 Kilometern nach WLTP angegeben, die maximale Ladeleistung mit bis zu 300 kW. Beim iX3 zeigt sich, welche Faktoren für gebrauchte Elektroautos wichtiger werden: Reichweite, Ladeleistung, Effizienz und das Vertrauen in die Marke. Van: Dacia Jogger Restwert: 65,2 Prozent In der Van-Klasse setzt sich der Dacia Jogger durch. Ausgezeichnet wurde der Jogger TCe 110 als Siebensitzer in der Ausstattung Extreme. Damit erreicht der Jogger den zweithöchsten Wert im gesamten Ranking. Sein Vorteil liegt vor allem im Nutzwert: sieben Sitze, ein vergleichsweise niedriger Preis und wenig direkte Konkurrenz. Der Einstiegspreis liegt bei rund 22.000 Euro. Sportwagen: Porsche 911 Restwert: 64,9 Prozent Der 911 gehört seit Jahren zu den Modellen mit stabiler Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Die Carrera-T-Version mit Handschaltung und 394 PS spricht zudem eine Zielgruppe an, die klassische Bedienung und fahrerische Ausrichtung sucht. Was den Wertverlust beeinflusst Wie stark ein Auto an Wert verliert, hängt nicht nur von Marke und Modell ab. Entscheidend ist auch, wie gefragt ein Fahrzeug später als Gebrauchtwagen ist. Modelle mit hoher Nachfrage, gängigen Motorisierungen und beliebten Ausstattungen schneiden meist besser ab als Autos, die schon als Neuwagen nur eine kleine Zielgruppe ansprechen. Auch der Zeitpunkt der Betrachtung spielt eine Rolle. Steht ein Modellwechsel bevor oder ist bereits ein Nachfolger auf dem Markt, kann das den Preis des bisherigen Modells drücken. Hinzu kommen Entwicklungen, die sich beim Kauf kaum sicher vorhersagen lassen: die wirtschaftliche Lage, veränderte Kaufgewohnheiten oder politische Vorgaben. Die Diskussion um Dieselautos und Umweltzonen hat gezeigt, wie schnell sich die Nachfrage nach bestimmten Antrieben verschieben kann. Wer den Wertverlust begrenzen will, sollte deshalb nicht nur auf den Kaufpreis achten. Gefragt sind überwiegend Varianten, die zum jeweiligen Fahrzeug passen: Ein Kleinwagen braucht keinen extrem starken Motor, ein Oberklassemodell sollte dagegen nicht zu karg ausgestattet sein. Auch klassische Farben können beim Wiederverkauf helfen. Auffällige Lackierungen finden zwar ihre Fans, grenzen den Käuferkreis aber oft stärker ein. Der einfachste Weg, dem stärksten Wertverlust zu entgehen, bleibt der Kauf eines Gebrauchtwagens. Denn den größten Preisrückgang hat ein Auto in der Regel in den ersten Jahren. Wer dennoch neu kauft, kann mit einem gefragten Modell, einer marktgerechten Ausstattung und einer unproblematischen Farbe zumindest einen Teil des späteren Verlusts abfedern.
