Starkregen in Hamburg: Diese Stadtteile sind besonders gefährdet
Eine neue Studie zeigt, wo Starkregen in Hamburg besonders gefährlich werden könnte. Fünf Stadtteile stechen dabei hervor. Bombenzyklon, Sturmtief und kräftiger Regen: In Hamburg ist derzeit von verschiedenen Wetterphänomenen die Rede. Doch wie gefährlich kann eigentlich Starkregen werden? Eine neue Studie zeigt, welche Gebiete der Hansestadt besonders betroffen sein könnten. Forscher unter Federführung der Universität Hamburg haben nicht nur untersucht, wo Starkregen besonders gefährlich werden, sondern auch wer besonders betroffen von der Wetterlage ist. Dafür berücksichtigten sie neben möglichen Wassermengen die Bevölkerungsstruktur und die Lage von Gebäuden. Diese fünf Gebiete sind besonders gefährdet Fünf Gebiete stechen hervor: Eppendorf, Billstedt, Övelgönne, Wilhelmsburg und Neugraben. Hier ist laut Studie sowohl das Risiko für das Wohlergehen der Bewohner als auch für die Erreichbarkeit von Häusern besonders hoch. In Neugraben liegt eine gefährdete Straße in einem kleinen Tal neben einem Wassergraben. Dort gab es bereits Überflutungen durch Starkregen. In Övelgönne kann sich dagegen Wasser an Häusern stauen, wenn es einen Hang hinunterfließt. Hier könnte Starkregen den Verkehr lahmlegen In Jenfeld und Osdorfer Born zeigt sich ein anderes Bild: Dort ist das Risiko für Verkehrsbehinderungen und eingeschränkte Erreichbarkeit hoch, während die direkte Gefahr für Wohngebäude vergleichsweise gering ausfällt. Besonders im Osdorfer Born können überflutete Straßen und Wege den Zugang zu wichtigen Einrichtungen erschweren. In Billstedt könnten Folgen von Starkregen ebenfalls die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, medizinischer Versorgung und Rettungsdiensten beeinträchtigen. Warum manche Hamburger stärker gefährdet sind Wie schwer die Folgen von Starkregen ausfallen können, hängt nicht allein von der Wassermenge ab. Die Forscher berücksichtigen auch die Lebensumstände der Bewohner. Dazu zählen etwa kleine Kinder, alleinlebende ältere Menschen und die soziale Lage. Eine wichtige Rolle spielt zudem, wo Menschen wohnen. Besonders gefährdet sind Erdgeschosswohnungen, in die Wasser eindringen könnte. Bei der Bewertung berücksichtigt die Studie deshalb auch, wie viele Menschen im Erdgeschoss eines Gebäudes leben. Wo die Überflutungsgefahr besonders hoch ist, leben also nicht automatisch besonders gefährdete Menschen. Entscheidend ist, wo beide Risiken zusammentreffen. Diese Gebiete sollten laut Studie durch gezielte Schutzmaßnahmen besser auf Starkregen vorbereitet werden. 36 Liter Regen in einer Stunde Die Studie untersucht ein besonders heftiges Regenereignis mit 36 Litern Wasser pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde. Die Forscher ordnen es als statistisch 100-jährliches Ereignis ein. Das bedeutet nicht, dass ein solcher Regen nur einmal in 100 Jahren auftreten kann. Für ihre Berechnungen verwendeten die Wissenschaftler eine Wassertiefe von 30 Zentimetern als Ausgangsschwelle. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie hoch das Wasser steht, sondern auch, wo es sich sammelt und welche Menschen betroffen sind. So können Hamburger das Risiko für ihr Zuhause prüfen Dass heftiger Regen in Hamburg schwere Folgen haben kann, zeigten bereits die Jahre 2018 und 2024. Damals verursachten örtliche Starkregenereignisse in Lohbrügge und Barmbek Schäden an Straßen und Wohnhäusern. Menschen mussten evakuiert werden. Wer wissen möchte, wie gefährdet das eigene Zuhause ist, kann den "Wegweiser Überflutungsvorsorge" der Hamburger Umweltbehörde nutzen. Nach Eingabe der Adresse und Angaben zum Gebäude erhalten Nutzer eine Einschätzung möglicher Wasserstände sowie Hinweise zur Vorsorge. Modellrechnungen der Forscher sind keine Schadensprognose Die Ergebnisse beruhen auf Modellrechnungen, nicht auf einer Vorhersage konkreter Schäden. Die Forscher weisen darauf hin, dass ihre Berechnungen bislang nicht systematisch mit tatsächlich eingetretenen Schäden abgeglichen wurden. Die Studie trägt den Titel "Urban Pluvial Flood Risk Mapping: A High-Resolution Assessment for the City of Hamburg" (auf Deutsch: "Kartierung des Risikos von Regenwasserhochwasser in städtischen Gebieten: eine hochauflösende Bewertung für die Stadt Hamburg") und wurde in der Fachzeitschrift "Climate Risk Management" veröffentlicht.
