Wildtiere auf Hessens Straßen: Warum Herbst besonders gefährlich wird
Mit dem Herbst sind viele Wildtiere in der Dämmerung unterwegs. Der BUND Hessen erklärt, wann das Risiko besonders hoch ist und was im Ernstfall zu tun ist. Der BUND Hessen ruft Autofahrende dazu auf, im Herbst besonders vorsichtig zu fahren. Laut einer Mitteilung der Naturschützer vom Mittwoch (21. Oktober) steigt in den Morgen- und Abendstunden das Risiko für Zusammenstöße mit Wildtieren deutlich an. Besonders nach der Zeitumstellung Ende Oktober verschärft sich die Lage: Dann fällt die natürliche Aktivitätsphase vieler Tiere häufiger mit dem Berufsverkehr zusammen. Viele Wildtiere sind im Herbst besonders aktiv: Sie fressen sich Winterspeck an, legen Nahrungsvorräte an, erschließen neue Reviere oder wandern in ihre Winterquartiere. Rehe, Wildschweine und Eichhörnchen queren dabei Straßen. Dabei geraten sie in Gefahr, überfahren zu werden oder mit Autos zusammenzuprallen. Was Autofahrer beachten müssen Der Vorsitzende des BUND Hessen, Jörg Nitsch, warnt: "Besonders bitter ist jeder Verlust bei seltenen Arten wie Wildkatze und Luchs. Aber auch der Igel, der in Hessen immer seltener beobachtet werden kann, wird häufig Opfer des Straßenverkehrs." Vor allem Straßen, die durch Waldgebiete führen, sind vom Wildwechsel betroffen. Darauf weisen auch Warnschilder hin. Aber auch am Ortsrand sowie in der Nähe von Gärten und Grünanlagen können Tiere auftauchen. Gerade im Herbst streifen viele junge Igel umher. Der Naturschutzverband nennt einige Kriterien, auf die Autofahrer achten müssen, wenn ihnen Wildtiere begegnen: Geschwindigkeit deutlich drosseln und, sofern möglich, anhalten Fernlicht abschalten Unkontrollierte Brems- oder Ausweichmanöver aus Sicherheitsgründen vermeiden Bei Unfällen mit Rehen, Wildschweinen oder Füchsen muss die Polizei verständigt werden Wer einen verletzten Igel findet, sollte diesen schnellstmöglich zum Tierarzt bringen. Tote Tiere können in einem Onlineportal des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) gemeldet werden. Die Daten helfen dabei, Orte mit besonders hohem Vorkommen zu identifizieren und mögliche Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
