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Audi-Chef Döllner macht Wahlkampf mit Trump: Die perfekte Unterwerfung

Audi-Chef Gernot Döllner tritt auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump auf. Er beweist, dass Trumps Erpressungstaktik gegen die deutsche Wirtschaft aufgeht. Eines hat Gernot Döllner begriffen: Wer Donald Trumps Freund sein will, muss ihm ein gutes Geschäft unterbreiten – und das am besten öffentlichkeitswirksam. Das hat der Konzernchef von Audi am Samstag eindrucksvoll bewiesen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung von Trump im US-Bundesstaat Georgia verkündete Döllner am Samstag den Bau eines neuen Werkes. Für umgerechnet 3,6 Milliarden Euro will der deutsche Autobauer künftig in dem US-Bundesstaat eigene Autos produzieren. Begriffen hat Döllner aber offensichtlich nicht, welche Tragweite sein Auftritt in Georgia hat. Der Chef eines deutschen Autobauers war sich aus wirtschaftlichen Interesse nicht zu schade, in den hoch polarisierten USA in den Wahlkampf um den Kongress einzugreifen. Und das für einen Mann wie Trump, der die Spielregeln der Demokratie missachtet und der die europäische Wirtschaft mit Erpressung in die Knie zwingen will. Trump im Weißen Haus: Alle Informationen im Newsblog Audi-Chef tritt mit Trump auf: SPD-Politikerin spricht von "Schande" Was Döllner getan hat, beweist, dass die Strategie des Präsidenten aufgehen kann. Es ist nichts anderes als die perfekte Unterwerfung vor dem System Trump. US-Handelskrieg gegen den Rest der Welt Es geht an dieser Stelle nicht darum infrage zustellen, dass Audi berechtigte Interessen hat, auf dem US-Markt aktiver zu werden. Der Konzern versucht schon seit Jahren, in den USA besser Fuß zu fassen. Anders als Daimler , Volkswagen oder BMW hat das Unternehmen bislang keine Autos in den USA hergestellt. Diesen Standortnachteil zu ändern, ist eine berechtigte Maßnahme – egal, wie der Name des US-Präsidenten lautet. Auch die damaligen Vorstandschefs von Daimler, Volkswagen und BMW haben 2018 in recht unterwürfiger Haltung bei Trump vorgesprochen. Sie haben sich allerdings nicht gemeinsam mit ihm auf eine Wahlkampfbühne gestellt. Denn unabhängig davon, ob die Produktion in den USA ökonomisch sinnvoll ist oder nicht: Nichts berechtigt Audi dazu, in den Wahlkampf einzugreifen – egal wo und egal für welchen Politiker. Der Auftritt in Georgia ist aber besonders problematisch, weil er einer öffentlichen Vorführung gleicht: Trump hat in seiner zweiten Amtszeit dem Rest der Welt den Handelskrieg erklärt. Er versucht mit Zöllen die EU und etliche andere Länder wirtschaftlich zu erpressen. Darunter hat auch die deutsche Autoindustrie gelitten, die zuletzt immer stärkere Umsatzeinbußen und Entlassungen vermelden musste. Und der Audi-Chef stellt sich jetzt genau mit diesem Mann auf eine Bühne. Trumps Strategie geht auf Ob sich dieser Schulterschluss für den Autobauer tatsächlich auszahlt, wird sich noch zeigen. Die Folgen für das Image von Audi sollten aber nicht unterschätzt werden. Die Bilder von Döllner und Trump werden nachhallen. Die Marke Audi ist ab jetzt verbunden mit einem Präsidenten, der noch Minuten vor Döllners Auftritt seine übliche Mischung aus Lügen, Hass und Rassismus auf der Bühne vor seinen johlenden Anhängern ausgegossen hat. Das hätte Döllner wissen können.