"Gen Z regelt": Proteste am Samstag – so schützen Sie Ihr Auto vor Schäden
In mehreren deutschen Städten finden Demonstrationen statt. Wer sein Auto in der Innenstadt abstellt, sollte vorher ein paar einfache Dinge beachten. In dutzenden deutschen Städten wird heute demonstriert. Aufgerufen hat dazu die Gruppierung "Gen Z regelt" beziehungsweise "Gen Z steht auf". Sie mobilisiert über ihre Webseite, über soziale Medien wie TikTok und Instagram sowie über Nachrichtenkanäle wie Telegram. Die Aufmerksamkeit ist auch deshalb groß, weil es in Frankreich zuletzt bei Protesten zu Ausschreitungen, Brandstiftungen, Plünderungen, Ausgangssperren und Demonstrationsverboten gekommen war. In Deutschland äußern sich die Sicherheitsbehörden bisher zurückhaltender: Nach Angaben des Bundesinnenministeriums liegen den Sicherheitsbehörden des Bundes derzeit keine weitergehenden Erkenntnisse zu geplanten gewalttätigen Ausschreitungen im Zusammenhang mit den Demonstrationen vor. Ganz ausschließen lässt sich ein unruhiger Verlauf aber nicht. Teile der linksextremistischen Szene und vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus griffen die Demonstrationsaufrufe auf und beteiligten sich an der Mobilisierung, hieß es aus dem Ministerium. Für Autofahrer bedeutet das: Wer sein Fahrzeug am Samstag nicht benötigt und in der Nähe von Innenstädten, Demonstrationsrouten oder möglichen Gegenveranstaltungen parkt, sollte vorsorgen. Wo das Auto am besten steht Am sichersten ist es, das Auto möglichst schon am Vorabend aus betroffenen Innenstadtbereichen herauszubringen. Eine abschließbare Garage oder ein Parkhaus außerhalb der Innenstadt ist dafür meist die bessere Wahl als ein Stellplatz am Straßenrand. Wichtig ist aber nicht nur, dass der Ort abgelegen ist. Ein beleuchteter, regelmäßig genutzter Stellplatz kann sinnvoller sein als eine verlassene Fläche im Industriegebiet. Supermarktparkplätze sind ebenfalls keine verlässliche Ausweichlösung: Sie sind meist an einen Einkauf und eine begrenzte Parkdauer gebunden. Wer sein Auto dort länger abstellt, riskiert eine Vertragsforderung oder im Zweifel das Abschleppen. Kommt eine Garage nicht infrage, kann ein Parkplatz mit Schranke oder Personal eine Alternative sein. Vorher sollte man prüfen, ob der Parkplatz abseits der angekündigten Route liegt – und nicht in der Nähe möglicher Gegenveranstaltungen. Informationen dazu geben in der Regel Stadt und Polizei. Fenster und Schiebedach sollten geschlossen, das Fahrzeug verriegelt und der Zustand dokumentiert werden. Sinnvoll sind Fotos von allen Seiten, von Felgen, Spiegeln, Scheiben und bereits vorhandenen Vorschäden. Das dauert nur wenige Minuten, kann im Schadenfall aber helfen, den Zustand vor dem Abstellen nachzuweisen. Welche Versicherung bei Schäden zahlt Vandalismus ist nicht automatisch mitversichert: Die Kfz-Haftpflichtversicherung hilft bei solchen Schäden am eigenen Auto nicht. Sie ist dafür da, Schäden zu regulieren, die man anderen zufügt. Wer sein eigenes Fahrzeug gegen Beschädigungen absichern will, ist auf die Kaskoversicherung angewiesen. Eine Vollkasko deckt üblicherweise mutwillige Beschädigungen ab – etwa zerkratzten Lack, abgetretene Außenspiegel, Schäden durch Steinwürfe oder eingedrückte Karosserieteile. Die Teilkasko kommt grundsätzlich für Schäden durch Brand, Explosion und Glasbruch auf. Wird also ein Auto angezündet oder eine Scheibe zerstört, kann die Teilkasko zuständig sein. Bei reinen Reifenschäden können allerdings besondere Ausschlüsse gelten. Wichtig ist ein Blick in die Versicherungsbedingungen. Dort können Ausschlüsse für Schäden durch "innere Unruhen" stehen. Das bedeutet aber nicht, dass jede Sachbeschädigung während einer Demonstration automatisch aus dem Versicherungsschutz fällt. Der Bundesgerichtshof hat laut "Auto Motor und Sport" zwischen Gewalttaten einzelner Demonstranten und gemeinschaftlicher Gewalt einer größeren Menschenmenge unterschieden. Ob ein Ausschluss greift, hängt deshalb vom konkreten Geschehen und vom jeweiligen Vertrag ab. Wichtig ist außerdem der Unterschied bei den Folgen für den Vertrag: Teilkaskoschäden wirken sich nach Angaben der Versicherer nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus. Bei einer Regulierung über die Vollkasko kann dagegen eine Rückstufung drohen. Die vereinbarte Selbstbeteiligung müssen Autobesitzer in beiden Fällen einkalkulieren. Was im Schadenfall zu tun ist Wer nach einer Demonstration einen Schaden am Auto entdeckt, sollte zuerst Beweise sichern. Dazu gehören Fotos aus mehreren Perspektiven, möglichst auch Aufnahmen der Umgebung und der genauen Parksituation. Danach sollte der Schaden der Polizei gemeldet werden, vor allem bei Brandschäden. Das ist besonders wichtig, wenn es um Vandalismus, Brandstiftung oder eingeschlagene Scheiben geht. Anschließend sollte die Versicherung informiert werden. Vor einer Reparatur ist zu klären, ob der Versicherer den Schaden selbst begutachten will oder welche Unterlagen benötigt werden. Wer ohne Rücksprache reparieren lässt, erschwert im Zweifel die Regulierung. Bei einer Abwicklung über die Vollkasko können Selbstbeteiligung und eine Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts anfallen. Deshalb lohnt sich bei kleineren Schäden die Nachfrage, welche finanziellen Folgen eine Meldung hätte. Bei größeren Schäden sollte dagegen nicht lange gewartet werden: Je besser der Zustand dokumentiert ist, desto leichter lässt sich später nachvollziehen, was vorgefallen ist.
