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E-Autos: Studie zu Nutzung und Laden zeigt neue Sorge von Besitzern

Viele Autofahrer fürchten vor dem Kauf eines E-Autos leere Akkus und fehlende Ladesäulen. Neue Zahlen zeigen: Im Alltag geht es um andere Probleme. Wer über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, landet schnell bei denselben Fragen: Genügt die Reichweite? Gibt es unterwegs genug freie Ladesäulen? Und was passiert, wenn der Akkuladestand auf der Autobahn schneller schrumpft als die Geduld der Kinder auf dem Rücksitz? Neue Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen nun: Diese Sorgen spielen vor dem Kauf zwar eine große Rolle. Im Alltag vieler E-Auto-Fahrer rücken offenbar aber andere Themen in den Vordergrund. Xpeng L03 im Test: Nicht nur beim Preis ist dieses Auto ein Angriff Steigende Preise: Jede fünfte Autowerkstatt wird nach Schwarzarbeit gefragt Ladenetz ist schwach ausgelastet In den ersten drei Quartalen 2026 wurden mehr als 604.000 vollelektrische Pkw in Deutschland neu zugelassen. Damit wurde der Rekord des gesamten Vorjahres bereits übertroffen. 2025 waren es rund 545.000 Fahrzeuge. Der Anteil vollelektrischer Pkw an den Neuzulassungen liegt im laufenden Jahr bislang bei 27,2 Prozent, seit dem Sommer sogar bei mehr als einem Drittel. Beim Laden zeichnet der Verband in seinem Elektromobilitätsmonitor trotz steigender Zahl an Fahrzeugen ein deutlich entspannteres Bild, als viele Vorbehalte vermuten lassen. In Deutschland gibt es laut BDEW inzwischen mehr als 220.000 öffentliche Ladepunkte. Die installierte Ladeleistung liegt bei mehr als elf Gigawatt. Besonders stark wächst demnach das Angebot an Schnell- und Ultraschnellladern. Trotz steigender E-Auto-Zulassungen seien öffentliche Ladepunkte im Durchschnitt nur zu 13 Prozent zeitgleich belegt. Bei AC-Ladern, also den langsameren Normalladepunkten, liege die gleichzeitige Belegung durchschnittlich nie über 17 Prozent. Das bedeutet nicht, dass es an einzelnen Standorten, zu bestimmten Zeiten oder auf einzelnen Strecken nicht doch eng werden kann. Im Bundesdurchschnitt ist das Ladenetz nach Darstellung des BDEW derzeit aber nicht der Engpass, für den es viele Interessenten halten. Das spiegelt sich auch in der Zufriedenheit wider: 91 Prozent der befragten Nutzer sehen ihre Erwartungen an das öffentliche Laden laut BDEW erfüllt oder sogar übertroffen. Die Sorge verschiebt sich Damit verschiebt sich der Blick auf ein anderes Problem: Wie die "Welt" unter Berufung auf die BDEW-Daten berichtet, machen sich viele E-Auto-Besitzer mittlerweile stärker über den Wertverlust ihres Fahrzeugs Gedanken. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen entwickelt sich die Technik bei Elektroautos weiterhin schnell. Neue Modelle laden schneller, fahren weiter und bieten oft bessere Software. Ein nur wenige Jahre altes E-Auto kann dadurch älter wirken als ein gleich alter Verbrenner. Zum anderen war die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos in der Vergangenheit teils schwächer als das Angebot. Vor allem bei teureren Dienstwagen kamen viele Fahrzeuge nach wenigen Jahren auf den Markt. Das drückte die Restwerte. Gebrauchtmarkt wächst deutlich Inzwischen kommt der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos aber in Bewegung. Laut BDEW wechselten in den ersten neun Monaten 2026 rund 261.000 vollelektrische Pkw den Besitzer. Das sind etwa 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für Käufer kann das zwei Dinge bedeuten: Wer ein neues E-Auto kauft, achtet weiterhin auf den möglichen Restwert. Wer ein gebrauchtes E-Auto kaufen möchte, findet dagegen zunehmend mehr Auswahl. Hinzu kommt, dass inzwischen mehr kleinere und günstigere Elektroautos auf den Gebrauchtmarkt kommen und nicht nur teure Premiumfahrzeuge. Laden bleibt günstiger als Tanken Bei den laufenden Energiekosten sieht der BDEW das Elektroauto klar im Vorteil. Laut Elektromobilitätsmonitor ist das Laden in allen untersuchten Szenarien günstiger als Tanken. Der Verband rechnet die Stromkosten dafür in vergleichbare Benzinpreise um. Besonders günstig ist demnach das Laden mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage . Die Kosten entsprechen laut BDEW umgerechnet 0,28 Euro je Liter Benzin. Als Vergleich setzt der Verband einen Benzinpreis von 2,17 Euro je Liter an. Selbst im teuersten untersuchten Szenario – Schnellladen bei einem Roaming- oder Fremdanbieter ohne einen Vertrag – liegen die durchschnittlichen Kosten der fünf meistgenutzten Tarife laut BDEW umgerechnet bei 1,56 Euro je Liter. Nicht jeder kann günstig zu Hause laden Wer im Eigenheim wohnt und eine eigene Wallbox oder sogar eine Photovoltaikanlage hat, lädt demnach meist deutlich günstiger als jemand, der auf öffentliche Ladepunkte angewiesen ist. Mit der wachsenden Zahl an E-Autos verändert sich auch die Nutzergruppe: Der Anteil von Haushalten mit mittlerem Einkommen steigt, zugleich haben nicht alle Fahrer Zugang zu einer privaten Lademöglichkeit. Für diese Gruppe werden öffentliche Ladepreise, Tarifmodelle und transparente Kosten wichtiger. Viele würden wieder ein E-Auto kaufen Trotz der offenen Fragen bei Wertverlust, Gebrauchtwagenpreisen und Ladepreisen bleibt die Zufriedenheit unter E-Auto-Fahrern laut BDEW hoch. 94 Prozent der Befragten würden beim nächsten Autokauf wieder ein Elektroauto wählen. Ebenso viele würden anderen den Kauf empfehlen. Auch das ist eine Verschiebung in der Debatte: Wer noch kein E-Auto fährt, schaut häufig zuerst auf Reichweite und Ladesäulen. Wer bereits eines fährt, beschäftigt sich offenbar stärker mit der wirtschaftlichen Rechnung – und bleibt dem Elektroauto trotzdem meist treu.