Fehlermeldung

Deprecated function: Array and string offset access syntax with curly braces is deprecated in include_once() (line 20 of /mnt/web715/a0/94/5496894/htdocs/automotivemedia-cms/includes/file.phar.inc).

E20-Benzin: Wer darf den neuen Kraftstoff tanken – und wer nicht?

Das Verbrenner-Aus ab 2035 steht auf der Kippe. Parallel dazu plant Deutschland einen neuen Kraftstoff. Das müssen Autofahrer über E20 wissen. Die Pläne für ein Verbot neuer Benzin- und Dieselautos ab 2035 wackeln. Deutschland und Frankreich wollen erreichen, dass klassische Motoren in der EU auch im nächsten Jahrzehnt erlaubt bleiben. Auf diesem Weg gibt es nun einen ersten konkreten Erfolg: Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat sich offiziell für eine Lockerung der strengen Klimavorgaben ausgesprochen. Eine Mehrheit der Ausschussmitglieder stimmte für einen entsprechenden Kompromissvorschlag. Diese Entscheidung gilt als wichtige Richtungsentscheidung, da sie das Votum des gesamten Europaparlaments inhaltlich vorbereitet. Die entscheidende Abstimmung im Plenum wird für Mitte Dezember erwartet. Parallel zum Streit über das europäische Verbrenner-Aus treibt die Bundesregierung eine Reform an den Zapfsäulen voran. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger plant die Einführung einer neuen Benzinsorte: E20 soll bis zu 20 Prozent Bioethanol enthalten – doppelt so viel wie das heutige Super E10. Die Pläne versprechen schnellen Klimaschutz für Bestandsfahrzeuge, werfen für Autofahrer jedoch logistische und technische Fragen auf. Mehr Bioanteil, weniger CO2-Ausstoß Der neue Kraftstoff zielt vor allem auf die Millionen Fahrzeuge ab, die noch jahrelang mit Verbrennungsmotor auf den Straßen unterwegs sein werden. Da die Elektromobilität langsamer vorankommt als geplant, suchen Politik und Industrie nach Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß der bestehenden Autoflotte schnell zu reduzieren. Die Erwartungen an den neuen Kraftstoff sind hoch: Berechnungen des ADAC und von Industriepartnern wie CropEnergies zufolge lässt sich der Treibhausgas-Ausstoß durch den höheren Bioanteil messbar verringern. Je nach Produktionsverfahren kann reines Bioethanol die CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem, fossilem Benzin um bis zu 80 Prozent reduzieren. In der Praxis wird E20 bereits erprobt: Die Südzucker AG testet die Mischung in Mannheim mit einer eigenen Fahrzeugflotte. Für einen flächendeckenden Verkauf an normalen Tankstellen fehlt jedoch die rechtliche Grundlage. Die aktuelle Kraftstoffnorm erlaubt in Deutschland maximal zehn Prozent Ethanol im Benzin. Ohne eine offizielle Anpassung dieser Standards darf E20 nicht in den Handel kommen. Verträgt mein Auto den neuen Kraftstoff? Obwohl viele moderne Ottomotoren technisch für einen höheren Ethanolanteil ausgelegt sind, ist eine breite Einführung nicht ohne Risiken. Bei älteren Fahrzeugen besteht die Gefahr, dass die aggressive Wirkung des Alkohols die Kraftstoffpumpen oder Einspritzsysteme beschädigt. Zudem müssen Autofahrer mit einem leichten Mehrverbrauch von etwa drei Prozent rechnen, da Ethanol einen geringeren Energiegehalt als fossiler Kraftstoff besitzt. Der ADAC mahnt vor dem Start zu mehr Transparenz und verlangt von den Autoherstellern verbindliche Freigaben für jedes einzelne Modell. Die Sorge vor einem Kommunikationsdebakel ist begründet. Bei der Einführung von Super E10 vor über fünfzehn Jahren führte mangelnde Aufklärung zu großer Verunsicherung. Aus Vorsicht greifen bis heute viele Autofahrer zu dem teureren Super E5 , obwohl ihre Fahrzeuge E10 problemlos vertragen würden. Politische Initiative in Brüssel Unterstützung erhält Verkehrsminister Bilger aus dem Europaparlament. Abgeordnete der CDU haben sich bereits an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gewandt, um eine Änderung der EU-Kraftstoffqualitätsrichtlinie anzustoßen. Ihr Argument: Wer die Klimaziele im Verkehrssektor zeitnah erreichen wolle, müsse die Bestandsfahrzeuge zwingend einbeziehen. Kritiker warnen jedoch: E20 ist kein Allheilmittel, sondern lediglich eine Übergangslösung. Der Kraftstoff kann den Wandel zu emissionsfreien Antrieben nicht ersetzen. Zwar bietet er die Möglichkeit, den CO2-Ausstoß kurzfristig ein wenig zu senken, mehr aber auch nicht.