Insolvenz: Deutscher Luxuswagen-Spezialist kämpft um Fortbestehen
Der Düsseldorfer Autospezialist beliefert namhafte Hersteller und Motorsportteams. Mit einem eigenen Luxus-Sportwagen wollte Capricorn zudem in den Markt der Hypercars vorstoßen. Der Düsseldorfer Supersportwagen-Spezialist Capricorn kämpft um sein Fortbestehen. Für zwei Kerngesellschaften hat ein vorläufiger Insolvenzverwalter die Kontrolle übernommen. Betroffen sind die Capricorn Holding GmbH und die Capricorn Composite GmbH. Das berichtet die "Wirtschaftswoche". Sanierungsexperte Dirk Andres von der Kanzlei Andrespartner soll sich zunächst einen Überblick über die Lage verschaffen, der Betrieb soll vorerst normal weiterlaufen. Capricorn stellt Leichtbaukomponenten für Autos und den Motorsport her. Nach Angaben der "Rheinischen Post" lieferte das Unternehmen unter anderem Fahrgestelle für Porsche , Kurbelwellen für Lamborghini und Motorteile für Bugatti . Auch Formel-1-Rennställe sollen zu den Kunden gehört haben. Nach Unternehmensangaben beschäftigt Capricorn knapp 500 Mitarbeiter. "Gigantischer Schlag": Autozulieferer Magna schließt deutsches Werk – 255 Jobs weg? Chipsparte: Maschinenbauer Trumpf schafft 200 neue Stellen Geschäftsführer Robertino Wild bezeichnete die Insolvenz laut "Rheinischer Post" als "Schock". Von außen hat die Lage zuletzt nicht danach ausgesehen: Neben dem Zuliefergeschäft hatte Capricorn ein eigenes Hypercar entwickelt. Der vorläufige Insolvenzverwalter dürfte nun zunächst versuchen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" soll zudem rasch nach einem Investor gesucht werden. Ein Hypercar für drei Millionen Euro Der Capricorn 01 Zagato leistet 900 PS und wiegt rund 1.200 Kilogramm. Aus dem Stand soll der Wagen in 2,9 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Der Preis liegt bei knapp drei Millionen Euro. Gemeinsam mit dem italienischen Karosseriebauer Zagato plante Capricorn, 19 Exemplare des streng limitierten Modells auf den Markt zu bringen. Warum die beiden Gesellschaften in die Insolvenz geraten sind, ist bislang nicht bekannt. Die "WirtschaftsWoche" hält es für möglich, dass Wild den Entwicklungs- und Investitionsaufwand für das Hypercar unterschätzt hat. Bestätigt ist das nicht. Auch ob und wie das Projekt fortgeführt werden kann, bleibt zunächst offen. Wild gründete Capricorn 1994. Bekannt wurde der Unternehmer auch durch seinen Versuch, den Nürburgring zu kaufen. Aus einer Leidenschaft für Autos und Motorräder baute er eine Unternehmensgruppe auf, die sich auf hoch spezialisierte Komponenten und Leichtbau für Autohersteller und den Motorsport konzentrierte.
