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Polen: Mindestens fünf Tote nach Schüssen in Krakau

Eine Schießerei erschüttert die südpolnische Stadt Krakau. Mindestens sechs Menschen kommen ums Leben. Bei einer Schießerei im historischen Zentrum der südpolnischen Stadt Krakau sind am Samstag sechs Menschen getötet und mehr als zehn Personen verletzt worden. Dies schrieb die Polizei auf X. Die Schüsse seien aus einem fahrenden Auto abgegeben worden. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte auf X, die Polizei habe die Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen. Er werde vom Innenministerium über die aktuelle Lage auf dem Laufenden gehalten. Tusk richtete einen "eindringlichen Appell an Politikerinnen und Politiker aller Lager", diese Tragödie nicht "zu einem Instrument politischer Spielchen" zu machen. Auch Innenminister Marcin Kierwinski reiste nach Krakau. Er nannte am Samstagabend erste Details zum Motiv: Der Todesschütze sei "von rechtsextremen Ideologien fasziniert" gewesen. Gegen 15 Uhr seien erste Meldungen eingegangen, dass ein Auto auf den "Großen Ring" (polnisch: Rynek Główny) gefahren sei, aus dem wahllos auf Menschen geschossen werde, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Der Marktplatz wurde evakuiert. Medienberichten zufolge wurde eine Person festgenommen. Beamte schossen den Täter nach Polizeiangaben an. Er sei aktuell unter Polizeischutz auf dem Weg ins Krankenhaus. Fotos in den sozialen Medien sollen den angeschossenen Täter auf dem Marktplatz zeigen. Er trägt Tarnkleidung und wird von Passanten versorgt. Ein Augenzeuge berichtet der polnischen Zeitung "Fakt" von "ungefähr 20 Schüssen": "Ich habe noch nie so eine Panik erlebt. Die Leute flüchteten in die Läden." Ein anderer berichtet, der Täter habe eine automatische Schusswaffe genutzt – also wohl eine Maschinenpistole oder ein Maschinengewehr. Er habe eine Art Polizeimaske getragen und in Richtung der Kirche gefeuert. Am Abend meldete die Polizei, der Täter sei polnischer Staatsbürger und habe allein gehandelt. Bei den Todesopfern soll es sich um vier Frauen und zwei Männer handeln. Präsident: "Oberste Priorität" Der konservativ-nationalistische Präsident Karol Nawrocki, erklärte bei X, er sei "extrem beunruhigt" und stehe "in Kontakt mit den zuständigen Behörden". Er warte auf eine "vollständige Erklärung der Umstände dieser dramatischen Ereignisse". Die Sicherheit der Polen habe "oberste Priorität". Justizminister Waldemar Zurek schrieb auf X, "Staatsanwälte, Polizei und alle zuständigen Dienste" seien "am Tatort im Einsatz". Die Behörden würden "sicherstellen, dass der Täter dieses Verbrechens voll zur Rechenschaft gezogen und streng bestraft wird". Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach bei X von einer "Tragödie". "In diesem Moment der Trauer ist Polen nicht allein", versicherte sie. Die "Auswirkungen" dieses Ereignisses werden "weit über die Grenzen Polens hinaus zu spüren sein".